Mittwoch , 22 August 2018
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Flirt- und Erotikchats – hinter den Kulissen

Nahezu überall stolpert „Mann“ über die Werbung, die Frauen schalten, die jemanden für erotische Stunden suchen. Der Leser des Inserates wird aufgefordert, eine Mehrwertnummer zu wählen, bzw. eine SMS dahin zu schicken, um mit der Dame in Kontakt zu treten. Dieses Angebot nutzen die Männer nur zu gerne, doch kaum einer weiß, was wirklich dahintersteckt. Inseriert eine heiße Susi, heißt das nicht, dass der Mann auch mit Susi telefoniert. Die Dame am Telefon spricht mit dem Pseudonym.

SMS-Chat oder Whatsapp Chat eine beliebte Art, Kontakt aufzunehmen

Ist es nicht auffällig, dass die Damen immer in der Nähe der Männer wohnen? Das ist durchaus gewollt, denn schließlich möchten sich die Männer ja treffen. Durch geschicktes Ausfragen weiß die Moderatorin schnell, wo der Kunde wohnt. Jetzt nur noch schnell schauen, welcher Ort in der Nähe ist, schon „wohnt“ sie da. Wobei, das sollte jeder wissen, nicht nur Damen als Moderatoren arbeiten, es sind auch Männer, die sich als Frauen ausgeben. Schließlich handelt es sich bei den Moderatoren um Angestellte, die für jede SMS, die der Kunde schreibt, bezahlt werden. Fotos, die der Kunde wünscht, sind bereits vorgefertigt im System, der Moderator braucht sie nur zu schicken. Es ist klar, dass es nicht die eigenen Bilder sind, die geschickt werden. Wer jetzt glaubt, dass auch der Moderator die Nachrichten mit seinem Handy schickt, der irrt. Geschrieben werden die SMS über eine Plattform des Betreibers der Hotline. Da die Moderatoren mit dem Schreiben ihr Geld verdienen, sind sie daran interessiert, dem Kunden so viele SMS wie nur möglich herauszulocken. Ihre Aufgabe ist es, den Kunden so in ihren Bann zu ziehen, dass er immer wieder antwortet. Zu einem Treffen kommt es nie, da es erstens gar nicht im Interesse der Moderatoren liegt und zweitens die Damen und Herren meist weit weg vom Kunden sind, oft sogar im Ausland.

Flirt am Telefon oder per Whatsapp und SMS

Flirtlines, bei denen der Mann mit seiner Wunschfrau spricht, sind ebenfalls sehr beliebt. Auch hier ist nur eine Moderatorin am Werk, sie muss den Kunden so lange wie möglich am Telefon halten. Bezahlt wird die Dame am Telefon pro telefonierter Minute. Ruft der Kunde auf ein bestimmtes Inserat hin an, bekommt die Moderatorin, bevor der Anruf reinkommt, eine Info, welche Identität sie beim folgenden Gespräch annehmen soll. Die hübsche langhaarige und schlanke Yvonne heißt vielleicht Lieschen Müller, hat kurze Haare und ist pummelig. Auch bei den Flirtlines möchte der Kunde ein Treffen, das jedoch kommt nie zustande. Die Moderatoren verpflichten sich vertraglich, den Kunden nicht persönlich zu treffen.

Erotik am Telefon oder per SMS und Erotik per Whatsapp

Plötzlich geil und keine Frau da – das passiert bei Männern schon mal. Daher ruft er eine der Mehrwertnummern an, um sich zu befriedigen. Die Moderatorin erzählt ihm heiße Geschichten, oft auch, was sie gerade an sich macht oder was sie am liebsten bei ihrem Telefonpartner machen würde. Das führt früher oder später zum Orgasmus beim Anrufer. Dass die Frau nebenbei vielleicht kocht, den Haushalt schmeißt oder bügelt weiß der Kunde nicht, das ist aber auch nebensächlich, denn er möchte ja zum Orgasmus kommen. Diese Gespräche sind meist von kurzer Dauer, da der Kunde schon ziemlich erregt ist, wenn er anruft. Für die Moderatorin ist es nicht leicht, solche Gespräche in die Länge zu ziehen.

Über Thomas Wesser

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