Donnerstag , 27 Juni 2019
Aktuelle News:
Startseite >> Gesundheit & Krankheit >> Schadstoffe im Großteil der Kinderwagen

Schadstoffe im Großteil der Kinderwagen

Stiftung Warentest findet Schadstoffe im Großteil der Kinderwagen

Die Stiftung Warentest hat für ihre aktuelle Ausgabe 14 Kinderwagen auf den Prüfstand gestellt und kam zu einem erschreckenden Ergebnis. Ein Großteil der Kinderwagen war mit Schadstoffen belastet. Neben erheblichen preislichen Unterschieden weisen die Kinderwagen beachtliche Differenzen bei Qualität und Funktionalität auf.

So wurden viele Kinderwagen den Anforderungen der Tester nicht gerecht. Insgesamt 10 von 14 Kinderwagen wurden von der Stiftung Warentest mit „Mangelhaft“ bewertet. Erschreckend ist ebenso, dass keiner der getesteten Kinderwagen mit der Note „gut“ abschnitt. Die Stiftung Warentest nahm in ihrer aktuellen Untersuchung Kinderwagen von 249 bis 910 Euro unter die Lupe. Keines der getesteten Modelle war nach Erklärungen der Tester schadstofffrei. Darüber hinaus konnte kein Kinderwagen als wirklich kindgerecht bezeichnet werden.

Zehn Kinderwagen wiesen so eine hohe Schadstoffbelastung auf, dass sie nur mit „Mangelhaft“ bewertet werden konnten. Neben polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen fanden die Tester in Griffen, Bezügen, Regenhauben und Gurten auch Weichmacher. Teilweise sind die verwendeten kritischen Substanzen krebserregend. Darüber hinaus können sie die Fortpflanzung schädigen. Das Ergebnis des aktuellen Tests fiel insgesamt noch schlechter aus als das im Jahr 2006 als von der Stiftung Warentest Buggys auf den Prüfstand gestellt wurden. Damals konnten sich immerhin noch fünf Buggy von 15 getesteten mit „gut“ aus dem Test verabschieden.
Keine ausreichenden Vorschriften

Die Kinderwagenhersteller haben sich offenbar trotz der scharfen Kritik im Jahr 2006 nicht zu einem Umdenken bewegen lassen. Aus technischer Sicht ist keiner der entdeckten Schadstoffe notwendig. Zwar stellen die gefundenen Schadstoffe keine akute Gesundheitsbelastung dar, jedoch drohen gesundheitliche Schäden für den Nachwuchs bei einer längeren Belastung. Die Hersteller bewegen sich bei den Kinderwagen noch im rechtlich erlaubten Rahmen. Bislang müssen sie sich bei der Kinderwagenherstellung lediglich an die für Schwermetalle geltenden Vorschriften halten. Dagegen spielen die Vorschriften, die für Spielzeug durch den Gesetzgeber definiert wurden, keine Rolle. Für Spielzeug gibt es zum Beispiel Grenzwerte für einige Phthalate.  Während der Schadstoffgehalt für Puppenwagen beispielsweise weitgehend geregelt ist, spielt dieser bei den Kinderwagen, in denen der Nachwuchs tatsächlich sitzt, keine Rolle. Kritik übte die Stiftung Warentest ebenso daran, dass die Kinderwagen zu wenig kindgerecht sind. In keinem dieser Punkte konnte die Note „sehr gut“ oder „gut“ vergeben werden. Häufig sind die Sitze zu klein oder zu schmal gestaltet, was vor allem für Kleinkinder ein Problem ist. Zum Teil sind die Tragetaschen oder Tragewannen zu eng und zu kurz, sowie die Lehnen zu niedrig.

Bildquelle: 4184 @ pixabay.com

Über Thomas Wesser

Kommentar verfassen