Sonntag , 26 Mai 2019
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Mehr Screening im Kampf gegen resistente Keime

Experten fordern mehr Screening im Kampf gegen resistente Keime

keimeDer im Uniklinikum Kiel aufgetauchte multiresistente Keim sorgt bei vielen Patienten für Verunsicherung. Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Schon in der Vergangenheit kam es zu solchen Ausbrüchen. Im Kampf gegen resistente Keime fordern Experten nun zusehends mehr Screen und eine höhere Zahl von Infektiologen.

Infolge einer Klinikinfektion sterben in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 bis 15.000 Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt das an der Berliner Charité ansässige Nationale Referenzzentrum zur Surveillance nosokomialer Infektionen. Dabei kommen immer wieder multiresistente Erreger vor. Sie wurden in Bremen und Berlin ebenso entdeckt wie in Leipzig und Kiel.

Derzeit kämpft die Uniklinik in Kiel gegen das Bakterium Acinetobacter baumannii. Die Mediziner konnten bereits bei mehr als 30 Patienten den gefährlichen MRGN Erreger nachweisen. Kommt es zu solchen Ausbrüchen, wird auch immer wieder die Forderung nach entsprechenden Screenings laut. Die schleswig-holsteinische Gesundheitsministerin Kristin Alheit erklärte mit Blick auf den aktuellen Fall, dass die Frage gestellt werden müsse, wie bundesweit Verbesserungen durch ein Patienten Screening erreicht werden können.

Dass Verbesserungsbedarf vorhanden ist, ist auch weiterhin auf vielen Seiten unumstritten. Zuletzt hat beispielsweise die Deutsche Stiftung Patientenschutz auf die Niederlande verwiesen. Im deutschen Nachbarland wird jeder Patient, der stationär aufgenommen werden soll, zunächst gescreent. Das Screening erfolgt immer, wenn er einer Risikogruppe, hierbei handelt es sich beispielsweise um Tierärzte, angehörig ist.

In den Niederlanden wird jedoch nur auf MRSA geachtet. Selbst in deutschen Kliniken wird mittlerweile häufig eine Prüfung auf solche Erreger vorgenommen. Diese Vorgehensweise habe auch entsprechenden Erfolg, wie Christian Brandt, Leiter der Krankenhaushygiene an der Uniklinik Frankfurt, betonte. Demnach kann hierzulande kein Anstieg bei den MRSA-Ausbrüchen mehr verzeichnet werden. Die Zahlen sind überwiegend stabil und sinken leicht. Doch einen Schnelltest, wie er für MRSA zur Verfügung steht, gibt es für die MRGN-Erreger noch nicht. Experten sprechen sich dafür aus, dass auch in diesem Bereich ein entsprechendes Screening aufgebaut wird. Mit einem solchen Screening könnte ausgeschlossen werden, dass ein Patient, der an einem multiresistenten Keim leidet, in einem Fünf-Bett-Zimmer untergebracht wird.

Über Thomas Wesser

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